GEWALTPRÄVENTION

Die Streitschlichter nehmen ihren Dienst auf!

Seit Juni 2012 arbeiten an unserer Schule 10 Streitschlichter, die von Frau Karkuth im letzten Schuljahr ausgebildet wurden.

Sie helfen den Kindern der Schule konstruktiv mit Streit umzugehen und tragen so dazu bei, ein gutes Klima an unserer Schule zu stärken.

 

Wir wünschen viel Erfolg und Freude bei der Arbeit und danke für Eure Einsatzbereitschaft.


Leitideen für eine Kultur der Gewaltlosigkeit an unserer Schule

1. Raum geben - Schulleben ermöglichen
2. Regeln achten - Fairness üben in Sport und Spiel
3. Miteinander reden - Einander verstehen
4. Interagieren - Identität fördern
5. Werte bilden - Moralisch handeln
6. Projekte durchführen - Lernen durch Tun
7. Gemeinschaft fördern - Gemeinsinn entwickeln
8. Konflikte bewältigen - Konfliktfähig werden
9. Mit Tätern umgehen - Gewalt entmachten
10. Kooperieren - Vernetzen

Im Juni 2005 trafen sich einige Lehrer und Eltern, um über das Thema "Gewalt in der Schule - Möglichkeiten der Prävention" zu diskutieren.Hieraus entstand eine Arbeitsgruppe, die einen Elternabend zum Thema Gewalt veranstaltete. Etwa 90 Eltern kamen und erarbeiteten in 6 Arbeitsgruppen für alle verbindliche Schulregeln sowie Maßnahmen bei Regelverstößen.

Im Jahr 2010 führten wir das Projekt "Gewaltfrei Lernen" durch.

Zugrunde liegen die 9 Regeln:

                 

9 goldene Regeln unserer Schule

   

1.      1. Nein heißt Nein!

2.     2.  Ich tue keinem weh (kein Schlagen, kein Treten, keine Spaßkämpfe)!

3.     3.  Ich verhalte mich respektvoll und gehe achtsam mit anderen um (kein Beleidigen, kein Auslachen)!

4.      4. Ich löse Streit mit Worten und beachte die STOPP-Regel!

5.      5. Ich stehe zu dem, was ich gemacht habe, kläre die Probleme und mache den Schaden wieder gut.

6.      6. Finger weg von fremden Sachen! Ich frage, wenn ich etwas nehmen möchte.

7.      7. Ich gehe vorsichtig mit Möbeln, Kleidern, Schul- und Spielsachen um.

8.      8. Ich darf mir Hilfe holen, wenn ich alleine nicht mehr weiter weiß. (Hilfe holen ist kein Petzen.)

9.     9.  Wenn ich Not und Sorgen habe, darf ich mich jemandem anvertrauen.

   

In Form eines Vertrages unterzeichnen Eltern und Kinder die Regeln nachdem sie im Unterricht ausführliche besprochen wurden.

 

 

Positive Konfliktschulung in Bewegung!

Gewaltfrei Lernen ist eine bewährte, bewegungsreiche Schulung der Kooperationsfähigkeit und des Konfliktverhaltens. Um gutes Verhalten einzuüben, um auftretende Konflikte zu reduzieren und besser zu meistern, ziehen wir mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten an einem Strang. Kinder brauchen Spielräume um neue Beziehungen zu gestalten!

Was wünschen sich die Schüler? Sie wollen miteinander spielen, experimentieren, handeln und Erfahrungen sammeln. Bewegung macht stark und klug! Gewaltfrei Lernen fördert mit fröhlichen Partnerspielen und positiven Konfliktübungen eine gute Lernatmosphäre im Haus der Bildung. Bewegende Unterrichtsstunden, abwechslungsreiche Angebote im Ganztag und spannende Schulhöfe fördern die gesunde Entwicklung des einzelnen Kindes und den guten Umgang miteinander. Gewaltfrei Lernen macht Kinder handlungsfähig!

Miteinander sprechen - einander zuhören!

Im Gewaltfrei Lernen-Unterricht beteiligen sich die Schüler nach sportlichen Bewegungsspielen und ganzkörperlichen Reaktionsübungen positiv gestimmt an Gesprächsrunden und Rollenspielen. Dies sind Kommunikationsübungen, welche Jugendliche wortstark machen und das Gelernte im Alltag anzuwenden helfen. Sie entwickeln dabei ein Sprach- und Handlungsrepertoire, mit dem es ihnen leichter gelingt, ihre häufigsten Konflikte deeskalierend und fair zu lösen. Die Klassenlehrer begleiten ihre Klassen während der Schulung und können so die Übungen und Gespräche fortführen.

Unser Motto lautet: „Kinder lernen in Bewegung alles leichter!“

Kinder verstehen durch gelebte Erfahrungen besser - und sie verinnerlichen die neuen Handlungsmöglichkeiten verblüffend schnell durch wiederholendes Üben!

In unseren Projektstunden am Vormittag im Klassenverband üben Schüler gute Handlungsalternativen für konkrete Ärgernisse ein, für Schikanen, die die Kinder selbst benennen dürfen. Dadurch sind sie hoch motiviert! Unsere Lehrerinnen und Erzieherinnen unserer Ganztagsschule erinnern die Kinder nachhaltig - eingeplant oder situativ reagierend an diese sinnvollen Reaktionsmöglichkeiten und Vereinbarungen.

Wir haben im Schulprojekt drei Schwerpunkte gesetzt:

Bewegungsaufgaben mit Partnern > Selbstbehauptung und Teamfähigkeit

In fröhlichen Sportspielen mit attraktiven Materialien vertiefen die Kinder soziales Lernen, Kooperationsfähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten, die sie für den Unterricht und ihr soziales Leben mit Freunden und neuen Kindern benötigen. Wir erreichen die Jugend emotional und kognitiv über die Bewegung!

> Kooperieren üben, Ideen austauschen > Gefühle ausdrücken + eigene Ideen vorzeigen

> Körperkontakt aufnehmen, behutsam Berühren > Kräfte Dosieren lernen

Gewaltfreie Konfliktlösung > Konflikte vorbeugen oder lösen

Wie gelingt es Kindern auf friedliche Art Konflikte zu lösen? Körperliche und sprachliche Reaktionsübungen, Wut-Weg-Hilfen, schwierigere Kooperationsaufgaben und Rollenspiele vermitteln Kindern Handlungsmöglichkeiten. Sie zeigen sinnvolle Verhaltensbeispiele für die häufigsten Konflikte in dem Jahrgang auf. Sie üben gleichzeitig den Einsatz der Stimme und des selbstbewussten, nicht provozierenden Körperausdrucks, trainieren befreiende Bewegungen und körperlich aktive Selbstbehauptung. Zwischendurch verdeutlichen Gesprächsrunden welche Streitregeln, welche sprachlichen und körperlichen Ausdrucksformen ihnen in der Auseinandersetzung mit Anderen weiterhelfen, den Konflikt produktiv für beide Seiten zu lösen. Sie lernen wie man sich selbst in Konflikten kontrolliert, sinnvoll reagiert und anschließend Kompromisse findet.

und > Ausgrenzung begegnen

Was tun bei Ausgrenzung und anhaltenden Beleidigungen und Erniedrigungen von Schülern? Welche Übungen helfen wenn Jungen und Mädchen Fronten gegeneinander aufgebaut haben? Was können die zuschauenden Kinder und die Mitläufer des Mobbenden fortan besser machen? Wir vermitteln es Ihnen! Wir wirken Cliquenzwang, Rassismus und der Jungen-Mädchen-Problematik entgegen …und beugen noch lieber vor.

Gespräche und Vereinbarungen > zum Meistern von Konflikten

Tipps zur Konfliktminimierung und zum Probleme Lösen, u.a. Konsequenzen bei schweren Vergehen, Wiedergutmachung vor Strafe, einheitliches Vorgehen bei Pausenhof-Gewalt, z.B. bei Schlagen, Treten und Kämpfen, gegen Ausgrenzung, Klassengespräche mit Rollenspielen zum Helfen, gegen Cliquenzwang, für Aussprachen.

Neue Absprachen mit den Schülern!

Wir haben drei sinnvolle Absprachen in der Schule durch das Projekt „Gewaltfrei Lernen“ gefunden, die in allen Gewaltfrei Lernen - Schulen positive Wirkung zeigten, in denen sich ein Kollegium zusammen darauf abgestimmt hat:

Partnerwechsel-Regel >> bei Bewegungsspielen und Partneraufgaben

Wir nutzen fortan oft beim Spielen und Üben zu zweit die Partnerwechselregel:

Nach dem Ruf „Partnerwechsel“ suchst du dir schnell einen neuen Partner oder eine Partnerin. Es ist schön, wenn Jungs und Mädchen auch mal zusammen üben, „damit ihr eure Kräfte kennen lernt“! Bist du noch alleine und Jemand fragt dich: „Übst Du mit mir?“ Dann sage „Ja!“ Wir lassen Keinen mit einer abwendenden Schulter stehen, wir machen Niemanden traurig! Dafür gibt es häufig Partnerwechsel! Hast du bereits einen Partner, so sage zu Einem, der dich plötzlich auch noch fragt: „Jetzt hab ich schon ihn /sie, aber beim nächsten Wechsel übe ich mit dir!“

Stopp Regel in 3 – Schritten >> bei kleinem Ärger

1. Ärger: Sage, was du nicht willst, was der Andere nicht mehr tun soll:

„Stopp, Sibylle hör auf damit!“ („Schubs mich nicht“)

2. Ärger: Sage

„Stopp, hör jetzt auf oder ich gehe zur Aufsicht!“

3. Ärger am selben Tag! Dann sage

„Jetzt reicht es mir! Jetzt gehe ich zur Aufsicht (weil du nicht auf mich hörst)!“

 

Hilfreiche Konsequenzen gegen Schlagen, Treten und Wrestling-Kämpfen!

Drei Konsequenzen erleben Schüler unserer Schule ab sofort, wenn eine/r schlägt, tritt oder Wrestling kämpft. Zum Wrestling-Kämpfen, zählen auch unerlaubte „Spaßkämpfchen“ mit vollem Körperkontakt, um Ihr Kind vor Unfällen zu schützen:

Der eine oder beide Schüler wird/en von der Aufsicht sofort unterbrochen, kurz befragt „Was war? Als erste Reaktion auf sein/ihr Verhalten ist für ihn /sie seine/ihre Pausenzeit bzw. Spielzeit erstmal beendet – die Erwachsenen sage ihm/ihr wie lange. Dann wird er/sie ins „Rote Buch“ - einen Ordner mit Klasseneinteilung eingetragen. Bei drei Einträgen informieren wir die Eltern per Anruf. Wichtig ist uns eine Aussprache mit den betreffenden Kindern: Haben sich die Gemüter der streitenden oder kämpfenden Kinder beruhigt, ist am selben oder nächsten Tag die Wut weg, erleben beide eine Aussprache beider mit einer/m Lehrer/in oder Erzieher/in der Betreuung. Bitte vertrauen Sie uns, dass wir Ihre Kinder mit diesem konsequenten Verhalten noch besser schützen können!

 

 Der Text wurde von Sybille Wanders erstellt, Projektleiterin "Gewaltfrei Lernen"

www.gewaltfreilernen.de             


Maßnahmen bei Regelverstößen in der Schule

1. Entschuldigung
2. Entschuldigungsbrief
3. Auszeit (Strafbank)
4. gelbe Karte / rote Karte
5. Wiedergutmachen
6. Sozialarbeit für die Gemeinschaft
7. schriftliche Stellungnahme zum Regelverstoß
8. aus der Klasse weisen

9. Eintrag ins rote Buch, 3 Einträge: Elterngespräch
10. Klassenkonferenz
11. Schulverweis für den Rest des Tages
12. bei Bedarf Beratung mit den Eltern

Natürlich wird individuell und der Verhältnismäßigkeit entsprechend von Lehrern und Mitarbeitern der Schule entschieden, welche Konsequenzen ein Regelverstoß hat.

 

Wir werden gefördert durch "Rotary Köln und Rhein-Erft".